Allgemeine Tipps für eine erfolgreiche Zellkultur


Eingestellt von Dan D am 24. Apr. 2019 03:10:00

Sie kultivieren Zellen im Labor? Die Einhaltung dieser Tipps trägt zu Ihrem Erfolg bei und hilft Ihnen, Zeitverluste oder die gefürchtete Zellkontamination zu vermeiden!

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Seien Sie gut organisiert: Bewahren Sie in Ihrer Sicherheitswerkbank nur das auf, was Sie für die zu untersuchende Zelllinie benötigen. Das umfasst Medien, konische Röhrchen, Pipettenspitzen etc. Stellen Sie Spitzen und Medien auf die Seite des Abzugs, auf der sich auch Ihre Pipettierhand befindet und alle anderen Materialien, die Sie in diesem Moment nicht verwenden, an die Hinterseite oder die Seite der Hand, mit der Sie nicht arbeiten. Indem Sie alle Gegenstände 4 bis 6 Inch (ca. 10 bis 15 cm) von der Trennscheibe wegstellen und gruppierte Materialien 10 bis 12 Zoll (ca. 25 bis 30 cm) auseinanderstellen, verringern Sie die Gefahr einer Kreuzkontamination. Dies vermeidet auch das Überkreuzen/Hin und Her bewegen über Ihren Proben, was ebenfalls zur Kontamination führen kann. Jedes Mal, wenn Sie eine Hand oder einem Arm über eine offene Flasche, Platte oder Behälter führen, werden tausende von Partikeln in der Luft herumgewirbelt, die in Ihrer Kultur landen könnten. Machen Sie wann immer möglich nur langsame, überlegte Bewegungen.

Organisieren Sie sich auch in Sachen Abfall: Den zu erwartenden Abfall vorzusortieren kann ein schnelleres und sichereres Aufräumen ermöglichen. Stellen Sie ein große Flasche oder ein Becherglas mit einer kleinen Menge Bleiche an die Seite, um darin alte Medien zu sammeln, und ein anderes Becherglas für trockene Gegenstände wie Pipettenspitzen und Wischtücher. Zudem ist es eine gute Idee, einen Eimer für biogefährdende Stoffe außerhalb, aber in die Nähe des Abzugs zu stellen, um größere Gegenstände wie serologische 25 ml-Pipetten zu entsorgen. 

Seien Sie vorbereitet: Es gibt nichts schlimmeres, als Zellen aufzutauen und dann festzustellen, dass man die erforderlichen Medien noch nicht herausgenommen und die Platten und Zellkulturbehälter noch nicht beschriftet hat. Dieser Prozess umfasst möglicherweise auch alle Berechnungen für die Behandlung der Zellen oder eine erforderliche Verdünnung. Legen Sie Ihr Laborbuch bereit, um Ihren Arbeitsablauf effektiv Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Jegliche Vorbereitung vermindert die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler oder die Notwendigkeit für hastiges Arbeiten im Labor.

Horten Sie nichts im Voraus: Versuchen Sie, sich bei Ihrer Arbeit an der Sicherheitswerkbank auf eine Zelllinie nach der anderen zu beschränken. Dies hat wiederum mit Organisation zu tun und mag sich wie ein riesiger Dämpfer Ihrer Multitasking-Fähigkeiten anfühlen. Es verringert jedoch das Risiko von Kontamination oder Missgeschicken in Ihrer Sicherheitswerkbank.

Sterilität ist entscheidend: Verwenden Sie beim Reinigen Ihrer Sicherheitswerkbank reichlich 70 %igen Ethanol, im Zweifel gilt hier: je mehr desto besser. Jede Flasche, Platte oder anderes Material, dass in Ihren Abzug kommt, sollte gründlich mit 70 % igem Ethanol gereinigt werden. Ein Weg, sich dies zu merken ist „Rein: sprühen, raus: sprühen“. Alles, was sich in und aus Ihrem Abzug bewegt – einschließlich Ihrer Handschuhe – sollte desinfiziert werden. Machen Sie weiter, wenn der Sprühnebel verdunstet ist oder abgewischt wurde! Das stellt sicher, dass Sie keinerlei Kontaminationen durch das Trennfenster schleppen, das das Innere der Sicherheitswerkbank von der Außenumgebung trennt.

Wischen Sie Ihren Abzug sauber, bevor Sie beginnen und nachdem Sie Ihre Arbeit beendet haben. Zellkulturabzüge sind reine Umgebungen, aber sie benötigen Wartung, um so zu bleiben. Oft sind wir nicht die einzigen Wissenschaftler, die diese Ausstattung benutzen. Sie möchten nicht spekulieren müssen, ob der Abzug sauber ist, oder diesen einem Mitnutzer verunreinigt hinterlassen. 

Reinigen Sie den Abzug häufig aufs Gründlichste. Vielleicht hat Ihr Labor einen Dienstplan für das Reinigen des Zellkulturbereichs, wobei die Abzüge in regelmäßigen Abständen zerlegt und gründlich gereinigt werden. Falls Sie dieses Glück nicht haben, stellen Sie sicher, dass Sie regelmäßig zumindest eine gründliche Reinigung durchführen, um Ihren Arbeitsbereich von Kontaminationen frei zu halten.

Zu guter Letzt: Hetzen Sie nicht! Finden Sie Vergnügen am Arbeitsprozess! Das mag völlig klar sein, aber Zellen haben eine angeborene Anlauf-/Latenzphase. Durch einen Arbeitsprozess hindurch zu hetzen kann Ihren Fortschritt behindern, indem Fehler verursacht werden, was wiederum nur zu einer Verlängerung der Anlaufphase Ihres Projekts führt. Zellen brauchen Aufmerksamkeit, und durch den Prozess hindurch zu hetzen kann sie durcheinanderbringen.

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Nur für den Gebrauch zu Forschungszwecken. Nicht für den Gebrauch in diagnostischen Verfahren.

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